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Stadtbezirk: Tempelhof Stadtplanaufruf: Berlin, Alt Tempelhof Datum: 29. Oktober 2007
Ein Berliner Dorf, von dem (fast) nur noch der Name übrig geblieben ist, ist Tempelhof. Die Straße Alt Tempelhof ist eine wesentliche Verkehrsader in Ost-West-Richtung und noch dazu der Schnittpunkt mit dem Tempelhofer Damm, der den Verkehr in Nord-Süd-Richtung bündelt. Von der alten Komturei des Templer-Ritterordens, die hier seit 1200 bestand, sind nur wenige Spuren erhalten. Immerhin leitet sich der Name des Bezirks hiervon ab.
Komturei ist die Niederlassung eines geistlichen Ordens, die vor allem der Bewirtschaftung ihrer Güter dient. Damit war Tempelhof so etwas wie ein Gutsbezirk. Dieser Gutsbezirk ging später an die Stadt Cölln. Die 1872 eröffnete Ringbahn und eine Pferdestraßenbahn von Berlin führten dazu, dass Tempelhof sich zu einem stattlichen Vorort entwickelte. Bauern, die mit dem Verkauf von Bauland reich geworden waren, errichteten sich Villen. Und es wurden Mietshäuser gebaut, große und kleine wie die heute noch erhaltenen zweistöckigen Bauten in der Neuen Straße, die sich im Stil an Schinkel orientieren.
Der Ausflugsverkehr brachte "Gesindel zu allerley Festivitäten in großen Scharen herbey", so dass die Erntewagen und landwirtschaftlichen Fahrzeuge nicht mehr durchkamen. Dafür erlebte die Gastronomie eine Blütezeit, auch wenn die "Zügellosigkeit" der Besucher "bis aufs höchste stieg".
Am Dorfanger stehen noch drei sanierte Bauernhäuser. Die Dorfkirche und der Dorfteich finden sich nicht an der Straße Alt Tempelhof, sondern ein ganzes Stück südlich davon. Dort auf der gegenüberliegenden Seite steht auch das Rathaus, das erst 1938 eingeweiht wurde. Unser Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat hier seine ersten politischen Schritte in der Bezirksverordnetenversammlung und später als Volksbildungsstadtrat getan.
In der Neuen Straße finden wir ein Lokal, in dem wir mit Handschlag begrüßt (und nachher auch wieder verabschiedet) werden und das auf Nachfrage auch einen rauchfreien Gastraum aufschließt.
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