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Wo bitte geht's nach Schönhausen ?


Stadtteil: Mitte
Stadtplanaufruf: Berlin, Neue Schönhauser Alle
Datum: 16. November 2004

Entenhausen - das kennen wir ja alle. Aber bitte wo geht's nach Schönhausen ? Beantworten kann ich diese Frage zur Zeit nicht (--> 1), aber aus der Neuen Schönhauser Alle berichten, die im Karree hinter den Hackeschen Höfen liegt. Wozu man in Charlottenburg eine ganze Straße braucht, um eine Vielzahl bunter Aktivitäten anzusiedeln (ich berichtete letzte Woche über die Uhlandstraße), dazu genügt hier in Mitte ein Areal von miteinander verbundenen Höfen: die Kurt Berndt Höfe.

Eine Hausnummer, unter der das Berliner Goethe-Institut, ein mexikanisches Restaurant "Alcatraz", zwei Bars "Salz" und "La Paz" zu finden sind. Die Mediafirma brainbox ist hier angesiedelt und die von Wim Wenders mit gegründete Filmproduktion Revers Angel Pictures. Eine Werbeagentur gehört natürlich auch hierher, und wenn sie "Pretzlaw & Pretzlaw" heißt, dann ist sie auch von hier.

Der U-Bahnhof Weinmeister Straße ist unmittelbar vor der Tür, das urbane Leben umwogt Straßen und Plätze, das ist diese unbeschreibliche Berlin-Mitte-Mischung. Und trotzdem fällt zieht es uns durch die Toreinfahrt auf die Höfe.

Und dann kommt die Überraschung beim recherchieren: Kurt Berndt ist der Architekt der Hacke'schen Höfe, wir haben also den kleineren Bruder des bekannten Berliner Touristenziels entdeckt. Von Kurt Berndt stammt auch der Elisabeth-Hof am Kreuzberger Erkelenzdamm, aber hier in Mitte hat er erstmalig die Idee verwirklicht, die Wohnungen an die Innenhöfe zu verlegen und damit dem Stadtlärm zu entziehen. Harmonie zwischen Wohnen, Kunst, Kommerz und Handwerk zu schaffen, war das Ziel dieser Anlage. Die Liste der Bauten von Kurt Berndt ist lang, ein durch die historischen Nutzungswandel interessantes Haus ist z.B. dabei: der Zollernhof, ehemaliger Sitz des FDJ-Zentralrats, heute ZDF, Unter den Linden 36/38.

Das war wieder ein Highlight für den an Architektur interessierten Flaneur. Dabei hatte unser Spaziergang weitere Ziele, und natürlich möchte ich den Blick in die Schaufenster in dieser dunkeln Jahreszeit nicht missen. Dazu gehört der Schuhladen mit der außergewöhnlichen Präsentation ebenso wie der Buchhändler im ehemaligen Fleischerladen mit gefliesten Wänden. Wir gehen bis zum Bahnhof Alexanderplatz, in der Ferne drehen sich die farbigen Mikadostäbe der Bankgesellschaft-Werbung.

Direkt an der Dircksenstraße, wo wir geparkt haben, kehren wir im "Thai Inside" ein. Stilvolle Einrichtung, die sprichwörtliche Freundlichkeit der Thais, ein gut abgeschmecktes Essen (für manchen etwas zu scharf), so endet dieser Abend.

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(--> 1) Der Luisenstädtische Bildungsverein weiß die Antwort: Schönhausen, heute Niederschönhausen, seit 2001 Ortsteil des Bezirks Pankow. Als Dorf nördlich Berlins wurde es vermutlich um 1220 gegründet und 1376 erstmals urkundlich erwähnt.
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